Gemeindekonzeption
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Konzeption der Ev. Friedenskirchengemeinde in Bergkamen
Vorwort
Am Neubeginn des evangelischen Lebens in Bergkamen stand 1945 eine zerstörte Kirche am Königsplatz, dem heutigen Kurt-Schumacher-Platz. Oder vielmehr: Sie lag - und zwar in Schutt und Asche. Es fehlte das Geld, um sie neu aufzubauen. Notdürftig wurden die Überreste des Gemeindehauses „Bodelschwingh" hergerichtet, um dort Gottesdienste und Konfirmandenunterricht anzubieten.
Was als provisorischer Übergang gedacht war, verselbstständigte sich. Im Zuge der Stadtentwicklung Bergkamens in den sechziger Jahren entstand auch eine gemeinsame Großgemeinde mit einem föderalen Charakter. Die sechs ehemaligen Dörfer wurden zu einer Stadt zusammengefasst. Die Ev. Friedenskirchengemeinde hatte indes sechs Pfarrbezirke und umfasste damit Bergkamen mit Ausnahme der beiden Außenbezirke Rünthe und Oberaden.
Es gab keine gemeinsame Großkirche als Mitte der Gemeinde, sondern jeder Pfarrbezirk verfügte mittlerweile über ein eigenes Gemeindehaus mit Predigtstätte. Trotz hoher Autonomie der Bezirke gab es ein gemeinsames Presbyterium, einen gemeinsamen Haushalt und einen gemeinsamen Geschäftsführenden Ausschuss. Gerade bei Pfarrwahlen wurde die hohe Eigenständigkeit jedes Pfarrbezirkes deutlich. Der Bezirk suchte und bestimmte den Pfarrer, die anderen stimmten den Wünschen des Bezirks zu. Jeder Bezirk hatte ein eigenes Gemeindefest und auch seine lokalen Ausprägungen. Die evangelische Kirche bildete damit die Struktur der Stadt ab. Die Stadt entwickelte sich und das Problem der Stadtmittebildung blieb. So wurde auch immer deutlicher, dass eine zentrale Kirche für alle in der Mitte fehlte.
Gerne hätte sich in der Vergangenheit so mancher Pfarrer mit seinem Bezirk selbstständig gemacht, aber die finanzielle Situation unserer Landeskirche ließ dies nicht zu. Sparen war angesagt, und wir mussten uns verkleinern, d.h., es mussten Häuser geschlossen werden. Längst war im Presbyterium klar geworden, dass es darum ging, nicht nur auf dem Papier, sondern auch im Alltag eine Gemeinde zu werden.
Das Umdenken in den Köpfen hat begonnen. Noch ist das Ziel nicht erreicht, aber Schwerpunkte sind definiert, die Zielrichtung ist vorgegeben, und die Füße sind auf den Weg gesetzt. In der hier dargelegten Konzeption hat das Presbyterium eine Bestandsaufnahme durchgeführt, Basisbestimmungen und konkrete Handlungsstrategien benannt. Landeskirchliche Vorgaben dienten dabei zur Orientierung.
Die Dynamik des göttlichen Wortes verbietet statisches Denken und Handeln. Jeweils aktuelle Problemstellungen fordern auch immer wieder eine Überprüfung des Bestehenden. So gilt auch diese Konzeption als modifizierbares Diskussionspapier. Wir laden Sie darum nicht nur zum Lesen dieser Konzeption ein, sondern sind auch aufgeschlossen und interessiert an guten Ideen und Verbesserungen. Die Arbeit an und in der Kirche hört nicht auf und bleibt immer auf dem Weg. Nutzen Sie in diesem Sinne diese Konzeption und kommen Sie mit Ihrer Gemeindeleitung ins Gespräch!
Ihre
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(Pfarrerin und Vorsitzende des Presbyteriums)
