Kirchenmusik
Glanzvolles Orgelkonzert begeistert die Zuhörer
Musik von "gewaltig" bis "gefühlvoll" in einem Konzert. "Welch ein furioser Auftakt", sagte die Vorsitzende des Presbyteriums, Pfarrerin Ursula Goldmann, bei der Begrüßung zum Konzert. Der "Feierliche Einzug" von Richard Strauss bot gleich zu Anfang fast die volle Bandbreite von dem, was Orgel und auch unser Posaunenchor musikalisch darstellen können. Die Töne kamen quasi aus dem Nichts und entwickelten sich zu einer gewaltigen Klangfülle. Solche Musik hatte es bis dahin in unserer Friedenskirchengemeinde wohl noch nicht gegeben.
Begeistert sangen alle Anwesenden dann den Choral der Adventszeit "Macht hoch die Tür". Es war eine Freude, den Kirchraum mit so vielen Klängen gefüllt zu erleben.
Die Passacaglia von Dietrich Buxtehude zauberte ganz neue Töne in die Kirche: Zarte Flöten, einzeln angeblasen, führten zurück in die musikalische Welt des 17. Jahrhunderts mit ihren klanglichen Reizen.
Ganz anders dagegen die Echo-Sonate in D-Dur für zwei Trompeten und Orgel. Die Geschwister Rebecca und Simon Duscha mit ihren Trompeten verstanden es auf beeindruckende Art und Weise, wieder Glanz und Gloria durch ihre Instrumente zu vermitteln. Andreas Rinke an der Orgel begleitete sie dabei gewohnt gekonnt.
Drei Bearbeitungen aus den "Schübler-Chorälen" von Johann Sebastian Bach zeigten die klassische Seite dieser Johannus-Orgel. Der Kantus-Firmus mal im Pedal, mal im Manual und einmal auch auf dem Horn, bravourös gespielt von Michael Jendral.
Dann ging es musikalisch ins 19. Jahrhundert: Der "Grand Choeur Dialogue" von Eugene Gigout forderte Posaunenchor und Orgel gleichermaßen. Nicht immer waren es die gewohnten Akkorde, die da erklangen; manche Dissonans war zu hören. Die Musik hatte sich entwickelt und war weggegangen von den strengen Regeln der Zeit davor. Manches wurde ausprobiert und neu entwickelt. Für die Musikerinnen und Musiker war dies nicht immer einfach zu spieolen: das Ergebnis jedenfalls war toll zu hören.
Selbst singen durften die Zuhörerinnen und Zuhörer dann bei "Tochter Zion". Die dritte Strophe musizierten Orgel und Posaunenchor gemeinsam. Zwei Trompeten spielten die Oberstimmen aus dem Choral von Friedrich Händel. "Ich musste weinen", sagte eine der Anwesenden nach dem Konzert. "So etwas Schönes habe ich schon lange nicht mehr gehört."
Nach Gebet, VaterUnser und Segen schloss das Konzert mit dem vielleicht größten "Hit" für Kirchenorgeln: der "Toccata und Fuge in d-moll" von Johann Sebastion Bach. So furios, wie das Konzer begonnen hatte, endete es auch. Andreas Rinke ließ Finger und Füße über die Tasten fliegen, dass es eine wahre Freude war.
Deshalb wollte der Applaus am Ende auch gar nicht enden, ohne dass es eine Zugabe gab: Eine neue Komposition von Matthias Nagel, einem westfälischen Kirchenmusiker der in Kamen wohnt, über "Tochter Zion". Moderne, rhythmische Klänge über diese alte Melodie, die manches Lächeln ins Gesicht der Zuhörer zauberte.
Als diese dann immer noch nicht gehen wollten, spielten Posaunenchor und Orgel noch einmal das "Grand Choeur" zur Freude aller.
"Das müsst ihr jetzt jedes Jahr machen", war einhelliger Tenor danach. Viele Menschen blieben noch und sprachen im Foyer der Thomaskirche über diesen tollen Abend, den sie gemeinsam erlebt hatten.
Wer nicht da war, kann sich das Konzert auf den Folgeseiten in Teilstücken anhören oder eine DVD erwerben, die es im Gemeindebüro oder im Thomas-Gemeindezentrum gibt.
